Landesverband Sachsen-Anhalt

Mobilfunk



Die erlaubten Immissionen bei Dauerbestrahlung mit Mikrowellen (26.BImSChV) müssen perspektivisch auf das in der Natur vorkommende Niveau gesenkt werden.  UMTS hat sich leider als besonders ungünstig herausgestellt. Es ist anzunehmen, dass unser Körper vom breiten Frequenzband nachhaltig geschädigt wird.

Wenn die Grenzwerte in einem ersten Schritt unter 1 mikroWatt/m2 außen, unter 0,01 mikroWatt/m2 innen bzw. im Schlafbereich gesenkt werden (Baubiologie), sind gesundheitliche Beeinträchtigungen zwar nicht völlig auszuschließen, aber es wird Zeit gewonnen für den Aufbau wirklich umweltverträglicher Funknetze. Und die Umstellung ist technisch mit vernünftigem Aufwand möglich, entgegen aus sehr durchsichtigen Gründen anderslautenden Behauptungen. Funkempfänger wie Handys funktionieren bei solch "geringen" Immissionen einwandfrei mit großem Sicherheit gegen Fading (Schwund). Das weiß jeder Techniker.Der Bevölkerung will man diesen Fakt vorenthalten.

Natürlich müssen dazu Standards geändert werden, die aus dem sorglosen Umgang resultieren, der aus den wissenschaftlich völlig unhaltbaren Behauptungen des Münchner Vereins ICNIRP resultieren, es gäbe keine biologischen Wirkungen bei Immissionen von Mikrowellen unter den heute staatlich festgelegten. Man scheut nur die Umstellung und die Schadenersatzforderungen Betroffener, wenn man den Fehler mit den sinnlos hohen Sendeleistungen zugibt. Dabei wird das Problem nur aufgeschoben, wenn man den Kopf in den Sand steckt. Und Chancen für die deutsche Wirtschaft werden verspielt. Die anderen schlafen nicht.

Heute wird mit sowohl technisch als auch vom Gesundheitsschutz her so irrsinnig hohen Immissionen bis hoch zu 10 Watt/m2 gearbeitet, daß man das nur als kollektiven Wahnsinn und Verbrechen an den Betroffenen (die im Strahlenkegel leben müssen) bezeichnen kann. Schuld sind diejenigen verantwortlichen Politiker, die zwar über Wissen, aber nicht über Gewissen verfügen. 

Deutschland hat eine riesige Chance, die aus radikal gesenkten Grenzwerten resultiert. Wird der falsche Weg eines hemmungslosen flächendeckenden Ausbaus der UMTS-Netze weitergeführt, so wird das massive negative Folgen auf die Volksgesundheit haben. Bereits seit dem Ende des zweiten Weltkrieges sind die Risiken der Mikrowellen bekannt.

Der heutige Mobilfunk besteht zu 99 & aus Smog, ist völlig uneffektiv und energieverschleudernd. Die Antennen sind überdimensionierte Monster, kosten sinnlos viel und bewirken vor allem eins: Sie machen den Leute im Strahlenkegel krank. Beim heutigen Stand der Technik eine Schande. Die Umstellung auf umweltverträglichen Funk wird für alle - Wirtschaft und Bevölkerung - Vorteile bringen, später wird man den Kopf schütteln über soviel Unsinn, wie er heute praktiziert wird,

Für die Versorgung von Innenräumen sollte man meiner Meinung nach perspektivisch ganz von Mikrowellen absehen, denn die viel ungefährlichere optische Technik (IR) ist ausgereift, und es ist ein LOS-Betrieb (line of sight) möglich. Die Unversehrtheit der Wohnung, die das Grundgesetz fordert, kann so garantiert werden. Es ist sittenwidrig, durch Hauswände hindurch zu strahlen. Diese sollen die Privatsphäre schützen. Auch für Computervernetzung funktioniert das. Wahrscheinlich geht es mit Pikonetzen auch im Außenbereich. Das muß erprobt werden, was natürlich den Vertretern der veralteten Mikrowellentechnik nicht gefällt. Es wird trotzdem kommen, denn der Fortschritt läßt sich nicht aufhalten.

Fortschritt ohne Rücksicht auf die belebte Natur, die Menschen sind ein Teil davon, ist kein Fortschritt. Das vergessen Politiker oft, man muß es ihnen unmißverständlich sagen, sie müssen sich am Gemeinwohl orientieren, nicht am Wohl der Unternehmen, auf deren Gehaltsliste sie stehen.


Dr. Stefan Spaarmann (Mobilfunkexperte aus Taucha)

Ökologisch-Demokratische Partei Landesverband Sachsen-Anhalt