ödp: Stilllegung Atommüllendlager Morsleben irreführend
Atommüll bleibt tickende Zeitbombe für heutige und nachfolgende Generationen
02.12.2009
Jens Rehmann, Landesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei Sachsen-Anhalt,
verurteilt den Stilllegungsplan des Atommüllendlagers Morsleben. Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz , plant, das Lager nach weiträumiger Verfüllung zu verschließen.
„Bei dem Wort „Stilllegung” handelt es sich um eine Irreführung der Leute. In Wirklichkeit soll das Endlager nicht stillgelegt werden, sondern endgültig als Endlager etabliert werden. Dabei sollen auch dort zwischengelagerte Materialien endgelagert werden. Auch aus geologischer Sicht erfüllt das ehemalige Kalisalzbergwerk nicht den Status eines Atommüllendlagers. Ein Endlager kann es nur geben, wenn dauerhaft strahlender Atommüll von der Menschheit und Biosphäre ferngehalten werden kann. Dieser Langzeitnachweis ist in Morsleben nicht möglich”, so Jens Rehmann.
Auch Wasserzuflüsse sind ein lange bekanntes Problem. Bereits nach der Wiedervereinigung gab es in Morsleben bedeutende Wassereinbrüche. Im Juli 2000 bestand akute Einsturzgefahr eines Teils der Anlage, die nur vorläufig durch Verfüllen von Hohlräumen gebannt werden konnte.
Zu kritisieren ist auch die geplante weiträumige Verfüllung der Anlage mit Beton. Denn das ist keine dauerhafte Lösung. So gab es z.B. bei der Versuchsendlagerung in Mol in Belgien unerwartete hochgefährliche chemische Reaktionen. Grundsätzlich bleibt der mangelhaft dokumentierte und zum Teil vollkommen wild verkippte Atommüll in Morsleben auch mit einer sogenannten „Stilllegung” weiterhin ein Gefahrenquelle für die Menschheit. Das derzeit einströmende Wasser im Salzbergwerk Morsleben wird eines Tages wieder herauslaufen und dann mit großer Wahrscheinlichkeit die Radioaktivität wieder entweichen. „Technisch ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, den Atommüll so einzulagern, dass er dauerhaft von der Biosphäre ferngehalten werden kann. Darum muss es eine Forderung sein, dass nachfolgende Generationen jederzeit an den zwischengelagerten Atommüll wieder herankommen, um überlebenswichtige Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. Die andere Forderung muss es sein, jetzt und heute keinen neuen Atommüll mehr zu produzieren. Alle atommüllproduzierenden Atomkraftwerke müssen abgeschaltet werden.” so Rehmann.
Weitere Infos zum Thema sowie Sammeleinwendungen an das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt finden sie unter www.oedp-sachsen-anhalt.de.
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